Legale Selbstschutzwaffen zur Selbstverteidigung

Neben dem Erlernen von Selbstverteidigung in eine Kampfkunstschule bei einem Lehrer, der darauf spezialisiert ist, kann man für die eigene Sicherheit auch über legale Waffen nachdenken.

Waffen stellen aus unserer Sicht aber erst die zweite Stufe der Selbstverteidigung dar. Im Normalfall erfolgt ein Übergriff, bei dem man sich selbstverteidigen muss, schnell und ohne jegliche Vorbereitungszeit. Auch wenn die Zeit, die für das Ziehen einer Selbstschutzwaffe benötigt wird, durch Üben auf ein Minimum begrenzt werde kann, ist dies im Überraschungsmoment nicht immer möglich. Hier bleibt die Verteidigung mit den eigenen Körperwaffen, die nur durch Selbstverteidigungstraining sicher erlernt werden kann. Nichts desto trotz möchten wir Ihnen hier eine kleine Übersicht geben, mit welchen Mitteln zusätzliche Sicherheit im Selbstschutz durch Waffen erreicht werden kann. Der Umgang mit einigen dieser Waffen wird bei uns im Training oder auf Lehrgängen geübt. Bei Bedarf können wir aber den Umgang mit allen diesen Waffen im Einzelcoaching schulen.


Gaswaffen:

CS-Gas

Dieses Gas war früher in Deutschland das einzig verfügbare Abwehrspray. CS-Gas hat allerdings einige bedeutende Nachteile. Einerseits sind vergleichbar viele Menschen gegen den chemischen Wirkstoff immun und dann hat es fast keine Wirkung. Zum anderen kommt es erheblich öfter zu Nebenwirkungen beim Getroffenen, als bei Pfefferspray.

Der Vorteil des CS-Gas zum Pfefferspray liegt im rechtlichen Bereich. CS-Gas darf von Rechts wegen im Notfall gegen Menschen eingesetzt werden. Achten Sie immer darauf, dass das Spray mit einem Prüfzeichen des Bundeskriminalamts gekennzeichnet ist. Andernfalls ist es in Deutschland verboten. Handelt es sich um Abwehrspray mit Prüfzeichen, darf es ab 14 Jahren frei geführt werden.

Bei der Anwendung gegen einen Angreifer kommt es zu Reizungen der Augen und der Atemwege. Die Sicht stark eingeschränkt und es kommt zu temporärer Atemprobleme. Die Wirkung kann man jedoch als weit schwächer einstufen, als bei einem Pfefferspray. Die Wirkung beim CS Gas geht stärker auf die Atemwege als auf die Sehfähigkeit des Angreifers. Dies ist ebenfalls ein Unterscheidungsmerkmal zum Pfefferspray.

Hier zwei von uns getestete und für gut befundene CS-Gas Abwehrsprays:


Pfefferspray

Seit einigen Jahren ist in Deutschland das Pfefferspray das Abwehrspray der Wahl. Polizei und Spezialeinheiten setzen es auf Grund der durchschlagenden Wirkung schon länger ein. Mittlerweile ist es in Deutschland ohne Schwierigkeiten erhältlich. Allerdings ist beim Kauf und beim Führen das ein oder andere zu beachten.

Es kann ohne Altersbeschränkung erworben werden und für das Führen ist weder eine Erlaubnis noch eine Registrierung notwendig. Die Sprays müssen allerdings als Tierabwehrspray gekennzeichnet sein. Somit unterliegen sie nicht dem Waffengesetz. Ohne diese Bezeichnung liegt beim Führen eine Straftat vor. Kaufen Sie daher Abwehrsprays nur bei seriösen deutschen Händlern, die garantiert nur zugelassene Sprays anbieten.

In diesen Sprays wird der Wirkstoff der Chilipflanze eingesetzt. Pfefferspray bestehen somit fast ausschließlich aus natürlichen Substanzen. Im Normalfall ist die Wirkung von Pfefferspray durchschlagend und setzt sofort ein. Gereizt werden die Augen und die Schleimhäute. Pfeffersprays wirken bei Tieren genauso gut wie bei Menschen. Auf Trackingtouren werden beispielsweise große Flaschen zur Bärenabwehr eingesetzt. Rechtlich unbedenklich darf Pfefferspray nur gegen Tiere eingesetzt werden. Wird der Spray gegen einen Menschen eingesetzt, liegt grundsätzlich eine Straftat vor. Bei Notwehr verwendet, kann die Verwendung durch das Opfer straffrei bleiben. Im Zweifelsfall entscheidet hierüber das Gericht.

Hier von uns getestete und für gut befundene Pfeffersprays:

(Bitte kaufen Sie keine zu kleinen Dosen (Sprühdauer und Reichweite werden davon beeinflusst)


Jet Protectoren

Bei Jet Protectoren handelt es sich um pfefferbasierte Abwehrwaffen, die durch Druck eine Pfefferladung je nach Modell 4,5 bis 6,5 m weit schleudern. Das druckvolle Schleudern soll verhindern, dass die Pfefferladung von Gegen- und Seitenwind vom Ziel abgelenkt wird. Wir halten diese Geräte erstens für überteuert und zweitens haben Sie einen großen Nachteil. Es stehen im Normalfall nur zwei Pfefferladungen zur Verfügung. Sind diese danebengegangen bleibt nur die handgreifliche Auseinandersetzung. Ein Spray, dass eine geringfügig geringere Reichweite aufweist, kann und sollte mit dosierten Sprühstößen eingesetzt werden und hat je nach Modell bei Dauerauslösung 8 bis 12 Sekunden Sprühdauer zur Verfügung.

Sollte sich dennoch für ein solches Modell entschieden werden, dann würden wir die preislich günstigste Variante vorziehen.


Gas- oder Schreckschusspistolen

Diese Waffen halten wir nicht für geeignete Selbstverteidigungswaffen, da der Umgang für ungeübte Personen zu komplex ist und das Führen auch nur mit einem „kleinen“ Waffenschein erlaubt ist.


Elektroschocker

Schockgeräte haben selten die Wirkung einen Gegner vollständig außer Gefecht zu setzen. Taserwaffen mit hoher Reichweite und stoppender Wirkung stellen hier eine Ausnahme dar. Diese unterliegen aber in Deutschland hohen Auflagen und sind sehr teuer.


Schlagwaffen:

Teleskopschlagstock

Das Führen von Teleskopschlagstöcken in der Öffentlichkeit stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Nach dem Waffenrecht handelt es sich bei einem Teleskopschlagstock nicht um einen verbotenen Gegenstand. Er ist allerdings eine Waffe im Sinne des Waffengesetzes. Das Führen bei Versammlungen oder auf öffentlichen Veranstaltungen ist eine Straftat, daher ist ein solcher Stock zum Selbstschutz ungeeignet.


Kubotan / Tactical Pen

Ein Kubotan ist im Grunde ein kleiner Metallstock mit spitz zulaufendem Ende, der in der Selbstverteidigung Anwendung findet. Eine ähnliche Selbstschutzwaffe ist unter dem Namen Tactical Pen bekannt. Und vereint den Kubotan mit einem Kugelschreiber. Bei versierter und trainierter Anwendung erhöht der Kubotan oder Tactical Pen die Kampfkraft in der Selbstverteidigung enorm. Der Kubotan kann problemlos am Schlüsselbund und der Pen wie jedes Schreibgerät bei sich geführt werden. Die nicht einfache Anwendung sollte und kann in unserer Schule im Rahmen von Lehrgängen erlernt werden.


Schrillalarm

Ein Schrillalarm oder Taschenalarm ist die Alarmanlage, die man sich bei sich trägt. Ein solcher Alarm erzeugt Aufmerksamkeit und diese will ein Angreifer im Normalfall vermeiden.


Abschließend bleibt zu sagen: Für uns stellt das Pfefferspray die beste Wahl dar. Pfefferspray ist die nachhaltigste – leider aber auch „nur“ bei Angriffen von Tieren zugelassene Selbstschutzwaffe. Selbstverteidigungstraining kann durch nichts ersetzt werden. Vorgehensweisen zur Deeskalierung sind ebenfalls zu erlernen und ein probates Mittel An- und Übergriffe abzuwehren.  Wird Selbstverteidigung trainiert kann der Kubotan oder Tactical Pen ergänzend getragen werden. Ein Schrillalarm ist sicherlich ein nützliches Zusatzgerät um Aufsehen zu erregen.

Simplex Ving Tsun Bonn